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Umsetzung der Masern- und Pertussisimpfempfehlungen für Erwachsene: Analyse von Daten des bundesweiten Monitorings der KV-Impfsurveillance

Zusammenfassung Die Ständige Impfkommission empfiehlt Erwachsenen Masern- und Pertussisimpfungen. Eine Masernimpfung sollen seit 2010 alle nach 1970 Geborenen mit weniger als zwei Impfungen in der Kindheit erhalten, einen azellulären Pertussisimpfstoff (ap) seit 2009 alle Erwachsenen mit der nächste...

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Published in:Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, 2019-04, Vol.62 (4), p.422-432
Main Authors: Rieck, Thorsten, Matysiak-Klose, Dorothea, Hellenbrand, Wiebke, Koch, Judith, Feig, Marcel, Siedler, Anette, Wichmann, Ole
Format: Article
Language:ger
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Summary:Zusammenfassung Die Ständige Impfkommission empfiehlt Erwachsenen Masern- und Pertussisimpfungen. Eine Masernimpfung sollen seit 2010 alle nach 1970 Geborenen mit weniger als zwei Impfungen in der Kindheit erhalten, einen azellulären Pertussisimpfstoff (ap) seit 2009 alle Erwachsenen mit der nächsten, alle 10 Jahre empfohlenen Tetanus(T)-Diphtherie(d)-Impfung als Tdap-Kombinationsimpfung. Ein Ziel der Arbeit ist die Bestimmung der jährlichen Inanspruchnahme der Masernimpfung (Impfinzidenz) und ihres Anteils in pädiatrischen und gynäkologischen Praxen als fachgebietsfremde Leistungen (2009–2016). Zudem sollen die 10-Jahres-ap-Impfquote sowie verpasste Impfchancen als der Anteil ausschließlich Td- an allen Td- und Tdap-Geimpften (2007–2016) berechnet werden. In der KV-Impfsurveillance des Robert Koch-Instituts und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wurden in bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten Personen mit den relevanten Impfungen erfasst und auf die Versichertenzahlen bezogen. Die Masernimpfinzidenz lag 2009 bei 0,4 % und stieg mit 2013 auf jährlich ≥1,0 %. Sie war in den westlichen Bundesländern höher als in den östlichen und bei Frauen höher als bei Männern. 6,8 % aller Impfungen wurden in pädiatrischen Praxen gegeben. Männer erhielten 2,6 % ihrer Impfungen in gynäkologischen Praxen. Die ap-Impfquote betrug 32,4 %. Der Anteil ausschließlich Td-Geimpfter sank von 84 % (2007) auf 24 % (ab 2013). Die KV-Impfsurveillance zeigt eine seit den Impfempfehlungen gestiegene Inanspruchnahme von Masern- und Pertussisimpfungen mit regionalen und geschlechtsspezifischen Unterschieden und liefert damit wichtige Daten zur Evaluation. Analysen zum fachgebietsübergreifenden Impfen und zu verpassten Impfchancen bieten einen Einblick in das Steigerungspotenzial von Impfquoten.
ISSN:1436-9990
1437-1588
DOI:10.1007/s00103-019-02902-4