Loading…
Der Zusammenhang von Intelligenz und Schmerz bei Kindern und Jugendlichen mit schwer beeinträchtigenden chronischen Schmerzen: Eine retrospektive Analyse
Zusammenfassung Hintergrund Bislang existieren kaum Studien, die sich mit dem Intelligenzniveau von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen beschäftigen. Die wenigen bereits vorhandenen Studien deuten auf eine intellektuelle Leistungsfähigkeit pädiatrischer Schmerzpatienten im durchschnit...
Saved in:
Published in: | Schmerz (Berlin, Germany) Germany), 2019-08, Vol.33 (4), p.303-311 |
---|---|
Main Authors: | , , , |
Format: | Article |
Language: | ger |
Subjects: | |
Citations: | Items that this one cites |
Online Access: | Get full text |
Tags: |
Add Tag
No Tags, Be the first to tag this record!
|
Summary: | Zusammenfassung
Hintergrund
Bislang existieren kaum Studien, die sich mit dem Intelligenzniveau von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen beschäftigen. Die wenigen bereits vorhandenen Studien deuten auf eine intellektuelle Leistungsfähigkeit pädiatrischer Schmerzpatienten im durchschnittlichen Bereich (IQ 85–115) hin. Über die Zusammenhänge von Schmerzeigenschaften und intellektueller Leistungsfähigkeit gibt es jedoch nur wenige Erkenntnisse.
Ziel
Ziel der vorliegenden Studie ist es, die im Rahmen der Routinediagnostik erhobenen Intelligenzwerte schwer beeinträchtigter pädiatrischer Schmerzpatienten retrospektiv zu untersuchen, um ein besseres Verständnis des Zusammenhangs von Schmerz und intellektueller Leistungsfähigkeit zu erlangen und die Grundlage für weitere prospektive Studien zu schaffen.
Material und Methoden
In die explorative Auswertung flossen die Daten von
N
= 180 Patienten ein, die im Jahr 2016 aufgrund einer Schmerzstörung stationär am Deutschen Kinderschmerzzentrum in Datteln behandelt wurden. Durch die Normierung der IQ-Werte konnten neben Vergleichen innerhalb der Stichprobe auch Vergleiche mit einer Normstichprobe berechnet werden.
Ergebnisse
Das Intelligenzniveau schwer beeinträchtigter pädiatrischer Schmerzpatienten lag im durchschnittlichen Bereich (
M
= 99,32;
SD
= 14,13). Es zeigten sich weder Unterschiede im Intelligenzniveau in Abhängigkeit verschiedener Hauptschmerzorte noch bestand ein Zusammenhang zwischen IQ und emotionaler Beeinträchtigung oder Schmerzparametern (wie bspw. Schmerzintensität). Verglichen mit der Normstichprobe hatten pädiatrische Schmerzpatienten eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit. Im intraindividuellen Vergleich ergab sich ein signifikant geringerer Verbal- als Handlungs-IQ sowie ein geringeres Sprachverständnis im Vergleich zur Wahrnehmungsorganisation und der Arbeitsgeschwindigkeit. Darüber hinaus zeigte sich ein negativer Zusammenhang zwischen der Schmerzintensität und dem Verbal-IQ sowie dem Sprachverständnis.
Diskussion
Die Studie bekräftigt das Vorliegen eines durchschnittlichen Intelligenzniveaus pädiatrischer Schmerzpatienten. Die Ergebnisse weisen jedoch auf eine eingeschränkte verbale Abstraktionsfähigkeit sowie Ausdrucksfähigkeit pädiatrischer Schmerzpatienten hin, die im Zusammenhang mit der Schmerzintensität steht. Weiterführende Studien, die kausale Zusammenhänge prüfen, sind erforderlich. |
---|---|
ISSN: | 0932-433X 1432-2129 |
DOI: | 10.1007/s00482-019-0382-2 |